Love Live Sunshine will wirklich seinen Vorgänger kopieren

Sprechen wir nicht zu lange über das Thema des Beitrags, das wissen wahrscheinlich schon alle. Mir geht es mehr darum, warum man auf diese Marketing-Strategie zurückgreift.

„Love Live“ist ein School-Idol-Anime, der von neun Mädchen handelt, die ihre Schule retten wollen, indem sie die Schule populärer machen wollen. Und das machen sie, indem sie School Idols werden. Im Gegensatz zu K-ON verbessern sich die Charaktere sichtbar mit der Zeit, man sieht sie tanzen, singen, Musik schreiben usw. Am Ende retten sie die Schule, gewinnen das große Musik-Event namens „Love Live“ und gehen auseinander, weil die Drittklässler ihren Abschluss machen.

Die Serie hat einen großen Impuls in Japan ausgelöst (jedenfalls bei der Zielgruppe – den Otakus). Merchandising, Live-Veranstaltungen- aber anstatt noch einen Anime zu den Mädchen hinterherzuwerfen, hat man sich für ein Spin-Off entschieden. Die Gründe dafür sind relativ einfach:

  • Der Konflikt in der Serie wurde gelöst. Es gibt kaum noch Angriffspunkte, um einen neuen Konflikt auszulösen. Außerdem fehlen drei Mitglieder der Gruppe.
  • Die Seiyuu werden älter. Deswegen kann es passieren, dass sie sich schnell verletzen oder die Stimme versagt, unansehnlich werden, vielleicht sogar während einer Performance sich ein Bein brechen, oder plötzlich sterben. Und sie haben auch ein real life, zu dem sie sich zurückziehen wollen.
  • Die Fans sind in einer stillstehenden Welt gefangen. Die Charaktere, die sie anhimmeln, bleiben in ihrem starren Design, entwickeln sich nicht weiter, Events werden nicht mehr wahrgenommen. Ein Beispiel: Eli redet in der App von den Aufgaben einer seitokai, aber in Staffel 2 hat sie das Amt abgegeben. Das ist kontradiktorisch, aber wird gemacht, weil sonst ihr character trait verloren geht.

Also , wichtige Gründe, die dafür sprechen, das Franchise zu erweitern. Dadurch hat man die Möglichkeit, die Weitläufigkeit auszudehnen. Schließlich hat man nicht mehr neun Mädchen, sondern doppelt zu viele. Man bekommt als Passant nicht mehr den Eindruck, dass man von einem bestimmten Mädchen verfolgt wird, weil man das überall sieht. Weiterhin werden neue Fans, die sich vorher nicht für das Franchise interessiert haben, von den neuen Mädchen angezogen fühlen und ihr Geld in die neuen Mädchen investieren.

Durch eine neue Serie kann man wieder einen neuen Konflikt ausarbeiten (der in Sunshine jedoch nonexistent zu sein scheint). Man kann neue Charaktere entwerfen mit anderen stereotypen Eigenschaften. Man kann neue Events planen, die die Charaktere durchlaufen müssen. Aber in Sunshine geht man nach Schema 1: Man kopiert so gut wie möglich den Vorgänger.

Da haben wir wieder neun Mädchen aus verschiedenen Jahrgängen. Das hat auch einen Marketingzweck, weil man die App nicht zu sehr umstrukturieren muss und man kann zur Not (wenn es floppt), die Serie schnell beenden, indem einfach der Schulabschluss kommt. Das Lead-Mädchen wollte einen School-Idol-Club gründen, weil sie andere Idols gesehen hat und Blut geleckt hat. Das Lead-Mädchen hat eine Freundin, die dafür ist, und eine Freundin, die man erst überzeugen musste. Das Lead-Mädchen hat von Aussehen und Persönlichkeit Parallelen zu dem ersten Lead-Mädchen. Es gibt wieder eine seitokai, die gegen die School Idols ist. Es gibt wieder ein erstes Konzert mit drei Mädchen vor einem nicht vorhandenen Publikum (jedenfalls am Anfang). Es gibt wieder einen odd-ball-Charakter (diesmal eine Chuunibyou). Ich könnte jetzt weitermachen, wenn mehr Episoden vorhanden sind.

Warum macht man einen so billigen Ansatz, wenn man nicht etwas neues frisches innovatives hervorbringen könnte?

  • Faulheit. Warum neues probieren, wenn das erste funktioniert hat? Die Resonanz müsste die gleiche sein.
  • Keine Ideen. Die Leute sind einfach nicht in der Lage, etwas neues aus einem Franchise hervorzubringen, weil sie nicht von einem bestehenden Ansatz abstrahieren können.
  • Druck. Von der Führungsebene wird vorgegeben, welche Umsätze man erwartet. Wenn neue Ideen floppen, gibt es Gewinneinbußen, die man vermeiden möchte.
  • Zielgruppe. Anstatt neue Zielgruppen zu erreichen, versucht man der bestehenden Zielgruppe zu gefallen, indem man wieder das Gleiche auftischt und hofft, dass die bestehende Zielgruppe auf den Wagen aufspringt. Das erreicht man zum Beispiel damit, dass in der Spin-off-Serie öfters von MUSE gesprochen wird („Wahh!! Ist MUSE nicht toll??“).

Da habt ihr’s. Das sind die Gründe, warum euch Sunshine (nicht) gefällt.

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