Welchen Reiz haben Top-Listen?

Das hier schreibe ich nicht, weil es Blogger gibt, die dieses Format maßlos ausnutzen, um auf einen hohen Artikelcount zu kommen. Solche Leute sind der Krebs der Szene.

Top-Listen gehören zu der faulen Art der Beitragserstellung. Habe ich keine Ideen, will ich nicht lange nachdenken, habe ich nichts wichtiges zu erzählen? Dann einfach eine Top-Liste mit meinen Lieblingsspielen, -personen, -tsunderes etc. zusammenstellen und auf die Menschheit loslassen.

Und die Rezipienten nehmen so etwas gerne auf, denn sie können die Top-Liste mit ihren eigenen Erfahrungen und Wünschen abgleichen. In einem vorigen Post hatte ich erklärt, warum Menschen allem eine Bewertung geben. Bei Top-Listen kommt das im vorigen Post genannte Schema der Kategorisierung zur Umsetzung. Das Gehirn zwingt uns, etwas zu kategorisieren und zu priorisieren. Und am spannendsten ist es für das Gehirn, wenn es die eigene persönliche Liste mit einer anderen Liste vergleichen darf.

Das ist der Grund, warum Top-Listen sowohl bei den Erstellern als auch bei den Rezipienten beliebt sind. Aber die meisten Top-Listen werden falsch konzipiert: zu lang, zu aufwendig, zu viel Hintergrundwissen. Wer sich eine Top-Liste anschaut, hat schon selbst eine persönliche Liste durch das Gehirn bekommen. Wenn ich eine Top-Liste zu „Charlotte“ lese, kenne ich „Charlotte“. Ansonsten lasse ich die Liste links liegen, weil ich mich nicht mit etwas beschäftigen möchte, das ich nicht kenne. Wenn ich eine Liste anfertige, kann ich also auf Hintergrundinformationen verzichten.

Weil eine Liste aus der Faulheit entsteht (obwohl das Gehirn einem vom Gegenteil überzeugen will), sollte man auch auf aufwendige Elemente verzichten. Lebensgeschichte? Näh. Erfahrungsberichte? Näh. Fancy visuals? Näh. So sollte eine Liste exakt auf dem Punkt bringen, warum diese Liste eine Existenzberechtigung hat.

Wie macht man nun eine gute Top-Liste?

  • Keine lange Liste. Nicht mehr als zehn Listen-Einheiten.
  • Bekannte Bilder verwenden. Keine Fanart, Strichzeichnungen.
  • Kurze Sätze. Am besten auf vollständige Sätze verzichten.
  • Nicht um den heißen Brei herumreden. Keine Hintergrundinformationen.
  • Keine Überleitungen. Keine Pausen zwischen den Listen-Einheiten.
  • Keine Romane schreiben. Knapp berichten, bei Bedarf Emoticons benutzen.
  • Witz! Wahre Aussagen! Deine eigene Meinung muss glänzen.

Schreibt man die Liste aus satirischen Zwecken, kann man diese Punkte gerne übersehen. Zur Anregung ein Beispiel von mir:

YGO-Top5MC.jpg

In diesem Sinne: Fröhliches Listen listen.

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