Goldene Zeiten #1 („Golden Time“, Ihr Loser!)

Wie irgendwann vor zwei Posts bzw. vor zwei Monaten angekündigt, werde ich über „Golden Time“ bloggen. Und wieder im Manier, den ich schon aufgegeben hatte, weil es ein langwieriges Prozedere ist. Für diejenigen, die das nun nicht verstehen oder es vergessen haben, werde ich kurz erklären, wie dies vonstatten geht:

Ich schaue den Anime und schreibe dabei auf, was passiert (oder nicht passiert) und gebe dabei (sinnloses-) Infodumping. Wer also glaubt, dass ich mir elitäre Notizen mache, um daraus einen inspirierenden Artikel zu schreiben, der hat sich gewaltig geschnitten. Ich schaue mir keine Serie bzw. Episode zweimal an oder lasse sie in meinem Kopf (oder Blatt Papier) nochmals Revue passieren Punkt

Also nun zu „Golden Time“, dass J.C.Staff-Epos der Sparfüchse. Das Mekka der Billigproduktion. Das VW der Dritten indischen Welt. Genug mit den sinnfreien pathosreichen Vergleichen… okay, einer noch… das in Goldpapier gewickelte Stück Scheiße… ach, den Vergleich hatte ich schon… naja, den kann man nicht genug wiederholen… es ist sozusagen ein Running Gag.

Und als sowas könnte man auch die ersten 25 Sekunden bezeichnen… Diese Frau kommt im Brautkleid und Rosenstrauß in den Händen auf zwei langweilige Typen zu und es gibt ein Schlaggeräusch, Blütenblätter fliegen durch die Luft, langweiliger Heroe schaut verdattert… HOFFENTLICH HAT SIE IHN GESCHLAGEN, GESCHLAGEN, GESCHLAGEN. Das hat dieses Weichei verdient, auch wenn er noch nicht von der Serie vorgestellt wurde, mag ich ihn schon nicht und HOFFENTLICH WURDE ER GESCHLAGEN.

Der Episodentitel ist originellerweise Springtime. Ich habe noch nie so viel Einfallsreichtum gesehen. Im Hintergrund dudelt ein Cembalo, was sehr einfallsreich ist. Warum nicht gleich eine Orgel? Weil wir Zuschauer wirklich gern unter Spannung stehen und J.C.Staff nicht möchte, dass wir sofort erfahren, ob dieser LANGWEILIGE NICHTSKÖNNER AUCH WIRKLICH SO RICHTIG FETT GESCHLAGEN WURDE, kommt erstmal das Opening. Und mein erstes Bild! :-) (Ich mach übrigens Smileys, weil die so elitär sind lol („lol“ ist übrigens auch elitär lol))

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„Yumekui Merry“-Augen und der immergleiche Gesichtsausdruck, sugoi!! Ich könnte mich nun über alles schlechte des gesamten Openings (diese Sterne und diese CG-Herzen, blergh) aufregen, aber dass würde mein Blogformat sprengen, fürchte ich. On a unrelated sidenote: Ich mag, im Gegensatz zu der gesamten Bloggermasse, Standbilder, denn dann habe ich es leichter, gestochen scharfe Snapshots zu machen.

So ein Opening hält aber glücklicherweise nicht lange an, sonst wäre ich schon an meinem Erbrochenen erstickt. Schauen wir lieber zu, wie Main Lead unterstützt durch den Einsatz einer einsamen E-Gitarre zur Uni rennt, um noch rechtzeitig zur Eröffnungszeremonie zu erscheinen. Wieso rennen die überhaupt immer alle so gehetzt zur Schule/Uni? Ich habe meine „Eröffnungszeremonie“ (nur in Anführungszeichen, weil es bei mir anders heißt) komplett verpennt und wurde trotz allem nicht ausgeschlossen. Also wird es in Japan nicht anders sein, nehme ich an. Aber lassen wir diese klicheehafte Dramatik mal wo sie ist, damit die vor dem Fernseher hockenden 35-jährigen Hikkikomori lernen, wie die Uni abläuft, die sie nie betreten werden. Übrigens wusste ich auch nicht, dass man ein ganzes Fußballstadion in einer Uni unterbringen kann. Das ist doch maßlos übertrieben.

golden-time-00004Das sieht doch eher aus, wie eine Pressekonferenz vor den gesamten vereinigten Nationen. Das würde auf jeden Fall die Japanflagge erklären. Und das andere Zeichen… das FBI?!

Jedenfalls ist Male Lead zu spät und deswegen völlig frustriert. Das perfekte Uni-Debüt ist perfekt in die Hose gegangen. Dem Campusplan nach zu urteilen, scheint dies wirklich ein Stadion gewesen zu sein. Umsonst aufgeregt. Und weil sich die männliche Person nicht auf dem Campus auskennt, keine Karte lesen kann und sich nicht traut, jemanden nach dem Weg zu fragen (ein Problem vieler männlichen Objekte), stalkt er erstmal zwei Mädchen. Wenigstens ist er sich bewusst, dass er stalkt, was die Sache an sich aber nicht anerkennend besser macht.

Er folgt den Mädels in einen Convenience Store und verliert dort ihre Spur. Dafür trifft er aber einen weiteren Jura-Studenten, der exakt haarscharf auf die gleiche blöde Idee gekommen war, den Mädchen zu folgen, Blödheit muss ansteckend sein. Beide tauschen Gepflogenheiten und Namen aus, aber deren Namen muss man sich nicht merken, die sind so langweilig wie deren Gesichter. Es muss unbedingt ein Typ mit Brille her… Und um dem noch eins draufzusetzen, erzählt der zweite dahergelaufene Mädelsstalker, dass er mal Probleme mit dem anderen Geschlecht hatte… Wenn er schon Probleme hatte, dann sollte er nicht stalken!

Es kommt ein CG-Auto vorbeigefahren, während beide reden, dreht mit quietschenden Reifen um, bleibt bei beiden stehen und es steigt das Mädel aus dem Vorspann aus. Dabei wird Bildmaterial der ersten 50 Sekunden recycelt, aber durch weitere (unnötige) Bildfolgen aufgelockert. Mir ist nun nicht wichtig, was genau passiert, Hauptsache ER WIRD GESCHLAGEN! Und das passiert auch, wie sollte es anders sein. Das wurde aber sehr übertrieben dargestellt. Also Hinfallen hätte er wirklich nicht, das hat schon fast Comedyaspekte.

golden-time-00005Ein bisschen Schade die schönen Blumen im Schoß dieses Versagers zu lassen. Male Lead macht auch das einzig richtige: Verschenken jeder einzelnen Blume an vorbeilaufende wannabe-Haremetten; irgendwann muss man mal damit anfangen, den Harem zusammenzustellen, lieber früh als nie.

In der Vorlesung erklärt dann Male Lead 2 dem Male Lead, wer das mit Blumen um sich werfende Mädel überhaupt ist: Kaga Koko. Das tolle ist, dass er über sie lästert, während sie hinter den beiden sitzt. Prizeless Moment.

golden-time-00006Dass er in der Vorlesung inmitten von Speedlines durch den ganzen Raum brüllt, ohne das jemand sich aufregt, ist schon fast beunruhigend. Und dann diese Ähnlichkeit mit Vegeta, er hat sogar Aura um sich gesammelt… Ich sag’s immer wieder: Jeder Anime braucht wenigstens eine Dragonball-Referenz, sonst ist es kein Anime!

golden-time-00007Zum Glück wurden beide doch ermahnt, endlich ruhig zu sein… nur ein bisschen spät. Nämlich nach der Einführungsrede. Und danach durften alle bereits gehen. Ein bisschen mehr Konsistenz für die Lehrkräfte im Anime, wenn ich bitten darf. Ich werde dafür Schilder malen und vor der japanischen Botschaft auf und ab gehen müssen… Koko-san macht dann auf sich aufmerksam, was nun nicht mehr so ein prizeless moment ist. Male Lead 2 (Yana) und Koko halten dann ein langweiliges Wortgefecht… Yana und die Yandere, whoo. Sie ist ihm nämlich yanderemäßig hinterhergelaufen, anstatt Mode in Frankreich zu studieren. Mode ist auch nicht so toll wie Jura, jedoch kann man mit beidem nicht sonderlich viel Geld erwirtschaften.

Und dann erklärt die Dame auch noch, dass Yana eine Tsundere ist, na herrlich. Das kann auch nur eine Yandere sagen. Diese BGM kommt aus einem Bluescafe der 60er; do not want. Genausowenig gefallen mir die Soundeffekte, die aus einem 0815-Shoujo geklaut wurden.

Yana nutzt den Moment und nimmt Reißaus, Koko folgt ihm ladylike. Male Lead 1 (mit Namen Tada) bleibt versagermäßig zurück. Dann lernt er noch ein verhaltensgestörtes Mädel kennen.

golden-time-00009Jetzt fehlt nur noch eine Maid und sie alle können einen Neighbors Club aufmachen. Da finden sich schon zwei oder drei oder fünf:

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In jeder guten Show dürfen nicht die Bauchtänze fehlen. Hut ab, dass die Mädels im Frühling mit nackten Beinen durch die Gegend tanzen.

Eine Seelenpartnerin hat er auf jeden Fall gefunden und auch gleich ihren Lippenstift gelobt. Männlich auf der untersten Ebene.

golden-time-00013Ihren Namen muss man sich merken: Linda. Zwischen Linda und Koko wird es dann in der letzten Episode einen Showdown geben. Halt nein, in der vorletzten Episode; die letzte Episode ist das fluffige „wir bleiben weiterhin Freunde“-Setting.

Nun noch eine erzählerische Zusammenfassung von Tada inmitten von Standbildern und recycelten Bildern und es ist Ende, könnte man meinen. Diesen weinerlichen Typen dabei zuzusehen, wie er denkt, dass er sich verlieben möchte, ist reichlich jämmerlich. Er hat doch gerade einen buchstäblichen Haufen an Mädchen abgelehnt, so wird das nie was.

Beim Nach-Hause-Weg begegnet er Koko, die prompt seinen Namen vergessen hat. Ich glaub auch fast, dass das Script so aufgebaut ist, dass Male Lead ständig seinen Namen sagen muss, damit der Zuschauer ihn nicht vergisst, denn er ist so langweilig, dass man ihn glatt vergessen könnte. Er bekommt einen Anruf von Yada und seine Yandere macht sich gleich auf zu ihn. In seiner Anrufliste steht außerdem ein Eintrag vom „Krankenhaus“.

Dann folgt ein inhaltlicher Bruch und man sieht Tada auf einer Brücke stehen und er scheint auf jemanden zu warten. Dann kommt ein Motorrad auf ihn zu und HOFFENTLICH WIRD ER ÜBERFAHREN, HOFFENTLICH!

Es folgt das Ending.

Was mir noch etwas in Gedanken bleibt, ist die Tatsache, dass diese „Uni-Studenten“ aussehen wie „High-Schüler“. Ist in Japan die Highschool und die Uni nicht das gleiche? Das müsste man mal herausfinden… keine Lust…!

Eine Bewertung mit Punkten gibt es nicht, weil das ein sinnloses Unterfangen ist. Ich werde auch nicht mit Worten bewerten. Das habe ich bereits getan, indem ich das Geschehen kommentiert habe. 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Goldene Zeiten #1 („Golden Time“, Ihr Loser!)

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