Unwichtigkeit in ihrer reinsten Form

Wisst ihr, was 3 aktuelle Serien der Summer Season gemeinsam haben? (Vielleicht sind es mehr als 3, aber mir sind nur diese 3 bewusst. Und es sind auch Serien, die in der Summer Season laufen, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass diese im Sommer angefangen haben.) Soll ich diese bei Namen nennen? Ach Scheiß drauf, ich mach es eh: „Gin no Saji“, „Hunter x Hunter (2011)“ und „Shingeki no Kyojin“!

Die Gemeinsamkeit dieser genannten Serien ist minimal, aber ich lasse euch noch etwas zappeln, bevor ich die Auflösung gebe, denn ich möchte, dass ihr mal euer Gehirn anstrengt, anstatt sinnlos zu konsumieren, was euch Japan vor die Nase legt. „Konsumieren“ ist das Stichwort, das euch nun die Augen öffnen sollte, wenn ihr nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt geistert. Ich gehe diesen Monat (wie jeden anderen Monat auch) meiner Bildungsaufgabe nach, ich möchte nämlich, dass ihr nicht blöd stirbt, sondern genau erfasst, was auf euren Teller kommt.

Die drei genannten Serien gehen einem bestimmten Ziel nach, wobei alle drei verschiedene Blickwinkel durchleuchten. „Blickwinkel“ ist nicht das richtige Wort, nennen wir es stattdessen „Ausgangslage“ oder „Ansatz“. Das Ziel bleibt zwar „die Unterhaltung der vor dem Bildschirm glotzenden Zombiemasse“ bzw. „deine Unterhaltung“, trotz allem haben wir als intelligente Wesen mehr zu bieten, als ungeistige Huldigung von „Anime“, weswegen ich mich der Bildungsweitergabe verschrieben habe. Und weil ich immer möchte, dass ihr weiterdenkt (meine Intention als Autor ist es, dass ich euch „zum Nachdenken anrege“) wird mein Artikel einen (wie immer) unerwarteten Schluss haben, der so genannte „Cliffhanger“, denn den liebt ihr doch auch so in euch Lieblingsshows.

Die Gemeinsamkeit der 3 Serien ist unüberwindbar eindeutig:

  • Hunter x Hunter ist seit längerem in der Chimera-Ant-Arc, wo die Chimärenameisen mit Vorlieb Menschen essen. Weil die gut schmecken. Weil sie Hunger haben. Weil sie töten möchten. Weil sie sich der Kraft der Menschen einverleiben wollen.
  • In Shingeki no Kyojin wird die Menschheit von gehirnlosen Giganten angegriffen, die die Menschen töten und essen, weil diese Menschen bewegliche Objekte sind.
  • Unser allseits geliebtes A1-Meisterwerk mit den „bewegten Standbildern“ (Gin no Saji) hinterlässt seine Spuren auf einer Bauernhofschule, in der die Highschüler lernen, dass man Tiere nicht zum Spaß tötet, sondern zum Überleben.

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Gin no Saji lasse ich nun außen vor, denn es ist eine Moralapostel-Serie, die hier einfach nichts zu suchen hat. Und eigentlich will ich mich auch nicht mit HxH auseinandersetzen, denn es ist doch völlig klar, dass hier nur ein unorthodoxes Thema an das nächste gereiht wird. Also behandele ich nur SnK, unsere „Plotmaschine“. Die anderen Serien habe ich wirklich nur angesprochen, damit der Leser (du!) einige Vergleichsobjekte hat. Und mit SnK werde ich mich auch nicht lange aufhalten, sonst hast du nichts zum Nachdenken.

SnK bietet eigentlich eigentlich Action, wenn diese Standbilder nicht wären und dieses „maneuver gear“, dass nicht nach den Gesetzen der Schwerkraft handelt. Diese Drähte, die sich im Nichts (oder in Wolken oder dem Himmel, dass sind schließlich materielle Gegenstände…) festhacken. Diese Drähte, die sich nicht um die Körper der Benutzer schlingen und diesen fest verknoten, wenn die Benutzer sinnlose Drehungen und Saltos vorführen. Diese Drähte, die eine unendliche Länge haben. Action entsteht dadurch, dass die Menschen versuchen zu überleben bzw. den suizidären Märtyrertod zu sterben. Wenigstens gibt es in SnK kein „bad writing“; ich meine damit, dass keiner „vermeintlich“ gestorben ist und dann plötzlich aus dem imaginären Totenbett wieder aufersteht und auf die Kacke hau… was… Eren… sogar zweimal?! F*ck it!

Jedenfalls habe ich in SnK das erste Mal gesehen, wie Menschen sterben. Um genau zu sein: Ich habe gesehen, wie unspektakulär Menschen sterben können.

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Im Maul eines Giganten will keiner landen. Man wird nicht mal zerkaut, sondern im Ganzen (oder was vom „Ganzen“ übrig geblieben ist, wenn der Titan den Menschen vorher zerbissen oder zerrissen hat) heruntergeschluckt. Heck, wenn ich diese zwei oberen Bilder sehe, empfinde ich auch gar nichts. Das ist anders gegenüber HxH; wenn ich dort sehe, wie die Menschen verzweifelt die Chimärenameisen anflehen und die Ameise trotzdem kurzen Prozess macht, dann bekomme ich zwar keine Furcht, aber ich habe Mitleid oder bin verstört.

Dadurch, dass die Giganten gehirnlos sind, werde ich abgestumpft vom Geschehen. Ich sehe nicht mal mit „Genugtuung“ („Haha, der wurde gefressen, geschieht ihm recht“) zu. Zumal werden die Menschen nicht aufgrund von irgendwelchen Primärtrieben oder aus reiner Lust oder aus reinem Willen gefressen, sondern nur, weil die Menschen existent sind. Die sind so wie Kleinkinder, die alles, was in ihrer Reichweite ist, in den Mund nehmen und ggf. herunterschlucken, nur weil es „da“ ist. In SnK kämpft die Menschheit sozusagen gegen meterhohe Riesenbabys.

Ich gucke gerne Mechaserien, weil ich gerne zusehe, wie Menschen sterben (dazu hatte ich auch schon einen eigenen Post verfasst). Aber in SnK und seiner nicht endenden Exposition hat das Sterben eine gegenteilige Wirkung. Abstumpfen ist nur die eine Sache, man bekommt ein regelrechtes Desinteresse. Erst, als der weibliche Gigant aufgetaucht ist (der erste Gigant, der von der Serie unwiderruflich als „intelligent“ bezeichnet wurde), hatte ich wieder gefallen gefunden. Gegen ein intelligentes Wesen zu kämpfen, ist aufregender, weil man nicht „blind ins Messer rennt“, sondern auch, weil Strategien eine andere Wirkung haben. Man steht sich dann auf „gleicher Höhe“ gegenüber.

Und ehrlich: Anime oder Serien im Allgemeinen werden nur interessant, wenn der Gegner/die Feinde intelligent sind. Ansonsten macht der Konflikt keinen Spaß. Das bedeutet aber wiederum, dass beide Seiten intelligent sein müssen…

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