Und sie wäre ohne den Einsatz seines Lebens gestorben

vlcsnap-00001Und auf ein weiteres! Ein Heil der Schrecksekunde und ihrer überspitzten Darstellung im japanischsprachigen Cartoon.

In „Arata Kangatari“ ist es nun passiert: Ein Sidekick aus dem Verlies wird von einer unmenschlichen gefräßigen Monsterröhre verschluckt (ich glaube, diese Röhre war früher ein Mensch, der im Laufe der Jahrhunderte genmanipuliert wurde, so am Rande EDIT: Es ist wahr, ich hatte Recht) und der heldenhafte Protagonist macht nichts anderes, als blöde da zu stehen und zuzuschauen. Das ist nun nichts schlimmes; ich akzeptiere das auch halbwegs. Aber muss denn das Studio uns Zuschauer mit dem entsetzten Gesicht des Protagonisten quälen? Wollen die uns vor die Nase reiben, dass der Protagonist der Schrecksekunde erlegen ist und sich nicht bewegen kann? „Schaut her! Er bewegt sich nicht! Das ist die Schrecksekunde! Unser Anime ist so realitätsnah!!“ Blah.

Ich hasse das, wenn der Anime einem weißmachen möchte, dass die Realität des Animes direkt (so 2 Millimeter) neben der unseren Realität abspielt. Was bringt es denn? Die liebe Schrecksekunde dankt es einem auch nicht. Die Schrecksekunde ist nun mal da, es ist unmöglich ohne diese zu reagieren; aber im Anime dauert diese viel länger als 3 Sekunden oder spielt gar nicht erst ab.

So zum Beispiel im Bild oben. Kotoura wird von der bösen Polizistin bedroht, steht sozusagen am Abgrund, vom dreizehnten Stock springen wäre die einzige verbleibende Option. Es muss schon ein Wunder geschehen… Da kommt der perverse Sidekick aus dem Nichts, rennt innerhalb von Millisekunden über das ganze Gebäudedach und wehrt den todbringenden Schlag des Feindes ab, bevor ein Unglück geschehen kann.

Oder anderes Beispiel: Female Lead im Shoujo-Manga fällt klassischerweise die Treppe runter, aber der (ggf. bald werdende) Schwarm rennt 3 Kilometer zum Mädel und fängt es rechtzeitig auf. Denn der Sturz von der Treppe wäre ihr sicherer Tod gewesen. Schädeltrauma und geprellte Fingernägel waren einmal, die Protagonisten laufen haarscharf neben Leben und Tod her wie andere neben ihrem Hund.

Und das stört doch am meisten: Diese albern dahinstarrenden Blödmänner von Protagonistn sind mir zwar ein Dorn im Auge, aber noch schlimmer sind diese, die sich nur wegen des Plottwists aller Arten von Realitätsbezug entziehen und ihr eigenes Ding drehen, dass nur selten auf irgendeinen Sinn zurückzuführen sind.

Ich hasse es wirklich. Viel lieber würde ich das Mädel sterben sehen, als dass ich mir erzwungene Handlungsstränge antue. Zumal die meisten völlig unnötig sind. Es bringt eigentlich überhaupt nichts und zeugt nicht gerade von kreativen Fähigkeiten der Scriptschreiber. Anstatt die Zeit mit albernen Schrecksekunden, die hauptsächlich aus Standbildern bestehen, zu verbringen, sollten die sich mal herzzerreißende und gut durchdachte Plottwists einfallen lassen, als irgendwelchen 0815-Kram. Es soll ja Leute geben, die dafür dankbar wären. Dort irgendwo im weiten Weltall wird man die schon finden.

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