Mitfiebern

Mitfiebern ist das Wort des Tages mit dem ich mich nun weitergehend beschäftigen werde. Denn mitgefiebert haben ich schon lange nicht mehr so richtig. Was bei der jetzigen Season bzw. den jetzigen On-Goings nicht besonders schwierig ist.

Generell finde ich, dass gerade das „Mitfiebern“ bei Animes zu kurz kommt. Natürlich hat jeder unterschiedliche Geschmäcker, aber mitfiebern hat nichts mit „Spaß haben/Enjoyment“ oder „Spannung“ zu tun, sondern ist die höchste Stufe von beidem. Und wann ist es das letzte Mal, dass man in eine Art Ekstase verfallen ist, weil man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht, aber nicht konnte, weil

  • keine Episoden mehr vorhanden
  • soll Mutti helfen -.-
  • muss zur Schule/Arbeit
  • etc.

dass man keinen klaren Gedanken fassen konnte (Entzugserscheinungen hatte), wenn man nicht gerade auf den Bildschirm gestarrt hat?

 

Eins ist erstmal klar: Dieses Mitfiebern kommt nicht von sofort, sondern muss sich erst aufbauen. Zu erst muss man erstmal zugänglich zu der Materie sein. Wer TTGL nicht mag, wird auch nie mitfiebern können (obwohl TTGL ohne Filler und Fanservice einen schnell mitfiebern lässt). Außerdem müssen die Charaktere nachvollziehbar handeln, Story und Setting muss viel Handlungsspielraum bieten. Vor sich hin dümpelndes Slice of Life (Beispiele: Tamayura oder K-ON) bietet nichts ausbaufähiges. Cliffhanger sind auch nett, könnten aber kontraproduktiv sein, wenn man diese nicht richtig nutzt (Beispiele: verschiedene Serien der letzten zwei Jahre). Wenn dies alles gegeben ist bzw. Cliffhanger gut genutzt werden, folgt das wichtigste: Ein Twist oder Ereignis, der das Weltbild zerstört (funktioniert meistens nur, wenn man im vornherein nicht gespoilert wurde). So eine Art WTF-Moment eben (der nicht die ganze Serie infrage stellt).

Die Animeindustrie baut aber immer weniger auf die Sparte des Mitfiebern oder das Verständnis von Mitfiebern ist generell anders geworden. Sabbernd vor dem Fernseher sitzen, ist ja auch so eine Art Ekstase…
Aber 12 Episoden sind in der Regel nicht ausreichend genug, um jemanden in Stimmung zu bringen.

Animes, von denen man sich einen Teil abschneiden sollte, werde ich nun nennen. Dies geht nicht ohne Spoiler, also lesen auf eigene Gefahr. Ich kann nichts dafür, dass ich auch ein Spiel aufgenommen habe.

Final Fantasy 8
Nun könnte ich auch den siebten Teil dazuzähleen, bei dem wurde ich aber im vornherein gespoilert, deswegen waren die ganzen Twists für mich nicht sonderlich produktiv. Aber ich kann verstehen, warum dieses Spiel auch heute noch gehypt wird. Nun aber zu dem anderen: FF8 ist ein Klassiker, der vor sich hindümpelt ohne das Ziel zu kennen und dann doch in der Mitte interessant wird. Und „in der Mitte“ meine ich so, wie ich es sage (nach CD2 von 4). Dann stellt sich heraus, dass Rinoa die Macht der Hexe aufgenommen hat und man alle Hexen vernichten sollte, also auch  Rinoa. Dabei wird man von den Gedanken des Hauptprotagonisten geleitet, der das nicht zulassen möchte, weil Liebe und so.  Der Hauptmoment war für mich, als der Protagonist mit Rinoa tragend allein auf der Brücke entlanglief und in Selbstmitleid versunken ist.

Fullmetal Alchemist (2006)
Diese Serie war anfangs nur eins: ziemlich witzig. Doch dann wurde Hughes ermordet, die Person, die die Offenheit in Person war. Ein Charakter, der durch seine Extrovertiertheit auffällt und ein gutes Herz hat. Und es bricht einem das Herz, wenn die Tochter bei der Beerdigung irritiert die Mutter fragt, warum der Vater eingegraben wird.

X (TV)
Dieses Lied brauchte es nur, um mich in Spannung zu versetzen. Aber Kotoris Tod war es, der mich völlig verstört hatte und mich zum weitergucken zwang, weil ich ein Happy End wollte.  Der Twist lag darin, dass der Bruder die Schwester auf eine üble Weise umgebracht hat und dabei selbst von Sinnen war. 

Code Geass
Genau wie bei X war es ein eine Ermordung, die mit seelisch durchgerüttelt hatte. Euphemia befiehlt unter Einfluss des Geass den Soldaten, alle Japaner umzubringen. Danach musste man weitergucken.

Komischerweise fallen mir weiter keine ein.

Zum Vergleich jetzt ein paar on-going-Anime:

  • Area no Kishi: Es hätten noch mehr Episoden vor dem Twist kommen sollen. Außerdem ist die falsche Person gestorben. Verbraucht schon diesen Durchschnittsmenschen?
  • Fairy Tail: Ich lese den Manga. Da werde ich schon vorher gespoilert.
  • Guilty Crown: Das Settingund die Figuren sind viel zu unglaubwürdig. Hares Tod war zwar gut gemacht, aber welcher Zuschauer trauert einem Luder nach, dass in aller Öffentlichkeit sagt, dass Shu sie ruhig begrabbeln darf?
  • Hunter x Hunter: Hat noch nicht den Punkt erreicht, in dem ich mitfiebere. Vielleicht in der nächsten Arc.
  • Mirai Nikki: Es sterben alle. Das ist die Zukunft. Wenn man weiß, was passieren wird, dann hat man gleich weniger Spaß. Die Einzelschicksale werden nicht gut in Szene gesetzt, obwohl diese halbwegs gut durchdacht sind.

Mir scheint es, dass die heutigen Serien immer weniger durchdacht sind. Es fällt auf, dass zum Mitfiebern jemand sterben muss, aber so wie es z.B. Mirai Nikki macht, ist es nicht richtig. Da sterben ständig welche, aber dann auch nur die, zu denen man keine Beziehung aufbaut (oder aufbauen möchte). Einzige, von denen ich denke, dass sie noch was werden könnten, sind „Hunter x Hunter“ und „Gundam AGE“. Für die spricht, dass es um Kämpfe (also auch sterben) geht und mehr als 26 Episoden geplant sein werden. Weil es wiederum aber Shounenserien sind, wird wohl auch das gleiche vorfallen wie bei Mirai Nikki: Es sterben viele, aber keine wichtige Person und es gibt höchstens LOLTWISTS.

Ansonsten warte ich auf den Frühling.

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