Meine enttäuschendsten Animes 2011

Das Jahr ist vorüber und ein neues beginnt. Deswegen lasse ich 2011 Revue passieren, mein Jahresrückblick aller enttäuschendsten Animes, die ich das ganze Jahr über gesehen habe. Dazu zähle ich nur Longplayer, bei denen kein Ende in Sicht ist und Animes aus meiner completed list. MAL hat da eine sehr schöne Funktion, in der es ermittelt, wann der eigene Beginn- und Endzeitpunkt der Serie ist („Groove Adventure Rave“ habe ich nach MAL am 08.08.2009 angefangen). Die Betonung liegt aber wirklich nur auf Serien, weil bei Filmen dies überhaupt kaum funktioniert. (Ich habe zum Beispiel die Dragonball- und Sailor Moon-Filme irgendwann im letzten Jahr gesehen, die aber nicht mit Beginn- oder Endzeitpunkt ausgestattet sind.) Weil ich mir aber weder in meinen Kalender eintrage, welchen Anime ich am Donnerstag gesehen habe noch meine MAL-Liste von oben nach unten durchlesen möchte, um nach Animes zu sehen, die ich vielleicht 2011 beendet habe, kann es sein, dass ich irgendwelche Titel vergessen haben könnte. Die Schuld suchst du dann bitte bei MAL.

Außerdem: Es waren natürlich nicht alle meine Animes gut, aber ich werde mich nur über Animes auslassen, bei denen meine Erwartungen derbe enttäuscht wurden.

Nun bin ich bei AnoHana nicht wirklich mit irgendwelchen Erwartungen herangegangen. Trotzdem gefällt das ganze Setting und Story nicht, obwohl gerade das von verschiedenen Stellen hoch gelobt wird. Worum es geht, ist überhaupt nicht klar und man vergisst es sowieso schnell, weil das ganze MENMA-Geheule den deep plot von vornherein aushebelt. Wirklich keine Episode war tragisch, sondern viel mehr hinterfragbar. Warum ist Menma ein Geist und nur für Protagonist A sichtbar? Wenn Menma ein Geist ist, warum kann sie Plätzchen backen, telefonieren etc.? Warum kommt sie als Teenager zurück zu den Sterblichen? Und das wichtigste von allem: WORAN IST DENN DAS KIND ÜBERHAUPT GESTORBEN? Ich glaube ja, sie ist im Fluss ertrunken (einige Beweise dafür gibt es: die zehntausenden Einblendungen mit Menmas im Wasser schwimmendem Sandalen als Hauptrolle und die Tatsache, dass Protagonist A einen Herzkasper gekriegt hat, als Menma einen Karpfen fangen wollte). A-1 lässt einen (vermeintlich) auf die Tränendrüse drücken, um die gesamte Logik außer Kraft zu setzen. Fabelhaft. Und mal ehrlich: Was soll dieser ellenlange Titel? Der schreit schon förmlich danach, abgekürzt zu werden.

Der Sequel von BakaTest hat mir nicht wirklich zugesagt. Klar, das trashige Opening mag ich immer noch, die Figuren sind immer noch so blöd (und lustig) wie eh und alles sieht immer noch nach BakaTest aus. Nur ist eins ist anders: Fanservice wird mehr und kluge Feldzüge dementsprechend weniger. Und dieser Austausch schmeckt mir nicht. Die ganzen Flashbacks zu dem gesellschaftlichen Hintergrund zu Minami waren okay, der Schulausflug mit den Spannangriff auf das Mädchenbad war auf seine eigene Weise in Ordnung und die Komik bleibt krank wie eh. Aber vermisst habe ich wirklich diese taktischen Schlachten, die in der ersten Staffel das gesamte Setting dominiert haben. Want more of this!!

Während die ersten drei Filme noch amazing waren, kam der Abfall des sugoi-Effekts mit dem dritten Film und endete mit dem Tod von Girghe. Die Mechakämpfe wurden mit fortlaufender Handlung immer lausiger, die Story verlief immer mehr im Sand, da der Konflikt zu Beginn nicht ausgebaut wurde. Wer braucht schon Handlung, wenn Mecha kämpfen? Anstatt eine diplomatisch und feldführerische Schlacht zweier Staaten zu animieren, bekommt man nur das Einzeldrama des Main. Anstatt intelligente Kämpfe mitzuerleben, sieht man zu, wie sich die Königin mit einer Kriegsgefangenen in Unterwäsche auf dem Bett reckeln. Und die Entscheidungsschlacht wird kurz vor der Schlossmauer gewonnen und die Feinde ziehen sich zurück. Da haben die Feinde es geschafft 10.000 Kilometer bis zum Schloss vorzudringen, um dann vernichtend geschlagen zu werden. Das forced-happy-wtf-end wird nur von der Tatsache überschattet, dass der vermeintlich tot geglaubte Bruder des Main doch lebt. So viel happy end ist selbst für mich zu viel.

„Deadman Wonderland“ ist AnoHana+Gewalt+Zirkus+dunkel. Aber hier fragt man sich nicht, auf welche Weise die Kinder gestorben sind, sondern wer der Mörder ist. Okay, das weiß man auch, es war der rote Mann. Und wer ist der rote Mann, Ganta? Häh? Häh? Häh? Es gab auch Leute/Suchmaschinen, die meinen Blog aus diesem Grund aufgesucht haben. Wer ist der rote Mann? Man muss dem Zuschauern nur ein kleines Detail verschweigen oder wage andeuten (den Zuschauer zum „nachdenken“ animieren, lolz), dann grasen diese das ganze Internet danach ab. Aber Deadman Wonderland ist noch mehr, als nur infodumping an den falschen Stellen. Es hat auch ein herausgerissenes Auge. Unmoralische Folterungsmethoden. Sterbende Menschen. Skrupellose Insassen und Wärter (not). So stelle ich mir das Gefängnisleben in 2030 vor. Und DW versucht vor allem auf die Moralschwere zu drücken, weil alles was passiert so ungerecht ist. Habt alle Mitleid mit Ganta, der ungerechterweise im Gefängnis gelandet ist. Diese Heulsuse könnte eher von einer Fliege getötet werden, als dass er diese tötet. Lasst die Logik liegen. Man muss nur das Mitleid der Zuschauer bekommen, dann fressen sie einem aus der Hand. Ich rieche ein Erfolgsrezept für dieses Jahr.

2010 habe ich Fairy Tail noch gelobt, weil der Manga originalgetreu übernommen wurde. Das hat sich aber A-1 selbst ein Grab geschaufelt, weil sie nun dem Manga viel zu nahe gekommen sind. Zur Folge hat das, dass ab der fünften Arc regelmäßig Filler eingefügt wurden (waren es nun Arc- oder Episodenfiller sei mal dahingestellt). Fairy Tails Handlung ist nicht durchschaubar, was durch die Filler nur mehr ins Gewicht fällt.

Das Drama zweier Frauen mit Pistolen war damals ein großer Schritt für den Anime, wahrscheinlich nach Cat’s Eye. Und meine Lieblingskomponistin hat den Soundtrack geschrieben, da musste ich mir das einfach ansehen. Ein zweites „El Cazador de la Bruja“ habe ich nicht bekommen, aber es war auch nicht sonderlich besser. Die Story ist langgezogen und hätte in 13 Episoden gepasst. Animation ist der Zeit entsprechend ganz in Ordnung. Wie die Figuren es schaffen die ganzen Episoden über kaum zu reden, kann ich mir nicht ganz erklären. Aber am schlimmsten war die Musikeinspielung. Die Musik ist gut, aber wenn ich jede Episode „canta per me“ höre oder diese Taschenuhrmelodie (gekoppelt mit immer demselben Flashback, der bestimmt in jeder Episode gelaufen ist: Klein Mireille steht erschrocken im Elternhaus und alle sind tot), dann werde ich wahnsinnig.

Der zweite Production.IG Anime in dieser Auflistung. Und ehrlich, dieser Anime ist gut. Aber er macht genau das falsch wie auch die ersten beiden Staffeln von Natsume Yuujinchou. Keine Episode ist wichtig. Es ist eine Aneinanderreihung von Episoden, die zwar einem roten Faden folgen, aber nichts davon hat einen Erinnerungswert. Rin ist das Musterkind, worum sollte man sich Sorgen machen? Vielleicht um ihre Rabenmutter.

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