Unterstützung, my ass!!!

Allmählich habe ich die Schnauze voll davon, ständig davon zu hören, dass der normale Anime-/Mangafan ständig davon spricht, den Markt/Publisher/Autor/Schlag-mich-tot zu unterstützen.

ARTIKEL KANN SPUREN VON ZYNISMUS UND HÖHNISCHER SATIRE ENTHALTEN. ZUGRIFF AUF EIGENE GEFAHR. ELTERN HAFTEN FÜR IHRE KINDER. FÜR BLEIBENDE SCHÄDEN DARF DER/DIE AUTOR/IN NICHT HAFTBAR GEMACHT WERDEN. DER ARTIKEL IST AUFGRUND DES HOHEN INFORMATIONSGEHALTS WAHRSCHEINLICH NICHT FÜR KINDER UNTER 21 JAHREN GEEIGNET, aber mal ehrlich, dein Alter interessiert mich einen Dreck.

Ich zähle mich subjektiv eingeschätzt zu den toleranten Personen oder wenigstens zu den halbwegs Toleranten. Ich lache schließlich auch nicht über die Cosplayer, obwohl ich diese affig finde und mich für die fremdschäme. Ich habe auch nichts gegen die, die ihr Hobby namens Anime in vollen Zügen ausleben. Aber spätestens, wenn die sagen, dass das alles unter anderem für ein höheres Ziel ist, klappt mir nicht nur der Mundwinkel runter, ich denke dann auch gleichzeitig „lol“ und „der/die hat keine Freizeit“.

Woher kommt dann diese Aussage „[insert something random] unterstützen“? Wer oder was gibt dem allgemeinen Animefan (nennen wir ihn Otaku) das Recht zu behaupten, dass er die Macht hat, in das Geschehen z. B. im Markt einzugreifen? Das macht doch z.B. der Staat, wenn er Subventionen verteilt. Aber was hat das damit zu tun, dass eine einzelne Person oder der deutsche Otaku schlechthin „den Markt unterstützt“? Eine einzelne Person kann nichts für das Geschehen einbringen. Eine Stimme ist zu wenig, um die Mehrheit zu bekommen.

In Japan ist das vielleicht ein wenig anders. Da kann man im geringen Maße den Autor unterstützen. Diese Aussage kann ich aufgrund meines Pseudo-Wissens aus „Bakuman“ treffen. Wenn ich den Autor und/oder das Werk toll finde, werfe ich mein Kreuz in meinem Namen in den nächsten Briefkasten und der Autor darf vielleicht weiterzeichnen (lassen) und der Publisher freut sich, weil er ein Millionenprojekt an Land gezogen hat. Aber was hat dies dann noch mit Unterstützung zu tun? Da bin ich doch auch nur ein Licht von vielen. Und wenn ich die einzige Person bin, die unterstützt, dann hilft das reichlich wenig.

Kommt es den Otakus so vor, dass der deutsche Anime- und Manga-Markt einen Umschwung oder Besserung braucht, weil sich so viele so sehr bemühen, unterstützend zu unterstützen? Um es mal einfacher auszudrücken: Muss ich „Angel Beats“ nein, wer will das schon? Muss ich „Madoka“ kaufen, damit es dem Markt oder dem Publisher oder sonst-wen besser geht? Ich kaufe doch nicht „Madoka“, damit die Publisher weiterhin genug Geld haben, um Ecchi-Klitschen aller „Schlafen mit Hinako“ oder „Sekirei“ oder, noch schlimmer, „Kurushitsuji“ (in dem Titel ist auch das Wort „s**t“ enthalten. Das kann nur schlecht sein) zu lizenzieren! Da schaue ich doch lieber ein schlechtes Sub.

Das einzige, was ich mit dem „Unterstützungskauf“ bezwecke, ist maximal ein Wirtschaftswachstum bzw. die Erhöhung des Umsatzes eines Unternehmens nach Wahl. Und selbst, wenn die Jungs wirklich pleite gehen sollten, kommen andere. Oder es gibt in 2 Jahren Fandubs auf DVD und Blu-ray zu kaufen. Wird das ein Spaß. Bei den Fandub kann man wenigstens glaubhaft behaupten, dass alles mit Liebe gesprochen wurde…

Das Kaufverhalten einer gesamten Masse kann schon Auswirkungen auf das Arrangement eines Verlags haben. Vor Jahren war Shounen Ai und Yaooi ziemlich beliebt und das haben die Verlage gemerkt und darauf reagiert. Aber werden die jetzt das Sortiment ändern, weil ich mich dafür einsetze, dass kein Shounen Ai mehr auf den Markt kommt, indem ich nur Shoujo kaufe? My ass. Der Markt passt sich an seine Zielgruppe an. Und wer nicht zur Zielgruppe gehört, wird ignoriert.

Ich kaufe nicht, um zu unterstützen. Wo kommen wir nur sonst dahin? Wenn ich unterstützen würde, würde ich einen Teil meiner Manga nicht auf eBuy ersteigern (für unter 10 Euro ohne Versand; gilt nicht für einzelne Bände). Und ich bin geizig, wenn es um Manga geht. Anime will ich nicht ersteigern.

Unterstützen heißt, sein Geld und seine Seele für etwas hineinzustecken. Unterstützen funktioniert z.B. durch Spenden für „Brot für die Welt“ (und das nicht nur an Weihnachten, weil das alle machen, sondern aus Überzeugung). Unterstützen heißt, eine Meinung vertreten. Und den Publisher werden wir wirklich nie unterstützen. Sondern nur die Wirtschaft. Merkt euch das.

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