Der 2in1-Anime

Präge ich heute nun einen neuen Begriff in der Animeszene, der sich nicht am Markt durchsetzen wird. Kennen wir doch alle den schlichten soliden Anime mit seiner Vielschichtigkeit, Individualität und Qualität. Der Anime, der mit einer bestimmten Episodenanzahl eine Geschichte erzählt und dabei den Fokus nicht verliert. Wer glaubt, ich lüge gerade, hat leider recht.

Den die neueren Streifen haben keinen Fokus mehr und können sich nicht festlegen, was sie gerade darstellen wollen. Aber noch viel schlimmer ist es, wenn der Stoff nicht reicht, um eine Episode zu drehen und man deswegen drei Shortepisoden zusammenpappt, die nicht miteinander zu tun haben, aber zur Story halbwegs passen. Kannte ich bis dahin nur aus Disneyserien, bis mir „School Rumble“ begegnet ist. Dieses System hat mir im übrigen nicht gefallen. Charakterentwicklung ist auf der Strecke geblieben und nach jeder Shortepisode ist es mir vorgekommen, als kam das gleiche schonmal in Grün. Nichts erinnerbares kommt mir von School Rumble in den Sinn (außer das akustisch solide Opening).

Komischerweise hat man nun begonnen, eine neue Form der Erzählweise zu entwickeln. Wenn der Stoff nicht reicht, macht man entweder mehrere Einzelepisoden oder man streckt den Stoff bis zum Erbrechen. Beide Varianten sind nicht das Gelbe vom Ei, weil die Langeweile sehr groß wird und das Auge nichts aufregendes zu sehen bekommt.

Und hier kommt nun der 2in1-Anime ins Spiel. Aufgefallen ist der mir bei „Sket Dance“, „Beelzebub“ und der aktuellen Episode von „Kimi to Boku.“. Alle drei haben etwas gemeinsam: Es gibt eine Art Handlungsstrang, aber sie wissen selbst nicht genau, wo sie hingehen sollen. „Sket Dance“ schwebt in der Senke zwischen leichter Comedy/Parodie und „Leute-helfen“-Syndrom, ohne sich auf eines festzulegen. „Kimi to Boku.“ ist Slice of Life ohne Schwerpunkt und „Beelzebub“, ja, da weiß ich selbst nicht mal, um was es gehen könnte. Es ist egal, in welcher Episode man einsteigt, man verpasst nichts außer ein paar halbwegs gute Witze.

2in1 ist eine Mischung als den 3 Shortepisoden und dem Strecken einer Episode. Es folgt diesem Schema: Anstatt 3 kurze Episoden aneinander zu reihen, nimmt man nur zwei, gibt denen einen Titel und streckt den Inhalt, damit dieser auf 24 Minuten passt. Der Inhalt der beiden Episoden sollte nicht weit auseinander gehen, damit der Zuschauer nicht umdenken muss.

Wie zum Beispiel bei der einen Episode von „Sket Dance“: In der mussten die Jungen zu einem Mixer gehen. Das ging nicht ganz gut aus und Bossum sagt darauf, Himeko solle mal zu einem Mixer gehen, worauf sie antwortet, dass so etwas nie passieren wird. Und surprise surprise: Im zweiten Teil der Episode musste sie tatsächlich dorthin.

Was soll man davon halten? Da wird ein Witz oder eine Handlung ausgepresst und nichts kommt dabei raus. Wenn die Erzählweise wenigstens gut ist (das ist bei „Kimi to Boku.“ der Fall, wenn man die Einblendungen mit den Katzen ignoriert), dann kann man das noch verschmerzen. Aber ansonsten ist es auch nicht besser als eine gesteckte Episode. Dabei hätte solch ein Format ganz viel Entwicklungschancen. Leider werden diese nicht genutzt.

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