Magica Kalafina

Dieser Artikel sollte eigentlich schon vor zwei Monaten zum Singleverkauf von „Magia“ entstehen, aber aus persönlichen Gründen hatte ich den nie fertig geschrieben. Deswegen gibt es dem jetzt, weil der Soundtrack von „Mahou Shoujo Madoka Magica“ nun erschienen ist. Ich bin schließlich flexibel.

Kalafina ist das zweite Bandprojekt der Komponistin Yuki Kajiura. Die Musik ist dabei nicht unbedingt als J-Pop zu klassifizieren, sondern experimentell oder „kajiura-like“. Das hier ist kein Post zur neuen Single „Magia“. Ich habe mich im Titel nicht verschrieben. Es geht hier um die Musik, die Kalafina bzw. Yuki Kajiura macht.

kalafina

Von wem soll ich jetzt am besten den Background machen? Von Kajiura oder Kalafina? Schließlich sind die Sängerinnen nicht unbedingt an der Musik beteiligt; ich beziehe mich hier aufs komponieren und arrangieren. Aber ich schreibe hier schließlich über Kalafina, da gehört eine Klassifikation schon dazu. Jedoch kann ich die Theorie äußern, dass die Sängerinnen von Kalafina nur für die Band stehen, Yuki Kajiura aber alleine die Fäden zieht.

Wer ist Yuki Kajiura? Yuki Kajiura wurde am 6. August 1965 in Tokyo geboren; ist also jünger als meine Mutter. Sie lernte schon früh Klavier spielen und lebte einen Teil ihrer Kindheit in der BRD. Später zog sie zurück nach Japan, machte ihren Abschluss, arbeitete als „systems engineering programmer“ (scheint eine Art „Systemintegration“ zu sein) und bekam später den Wunsch, wieder mehr Musik zu machen. Sie gründete die Band „See-Saw“ und schrieb die Soundtracks/Musik für Animes, Spiele, Commercials und für andere Künstler. Ihr Durchbruch begann mit dem Soundtrack zum Anime „Noir“. Ihr erste Bandprojekt ist FictionJunction, welches sehr erfolgreich ist.

2007 wurde Kalafina gegründet, um die Titelsongs von „Kara no Kyoukai“ („The Garden of Sinners“) zu singen. Das Debüt machten sie 2008. Die Band bestand zuerst aus vier Mitgliedern:

  • Wakana Ootaki und Keiko Kubota (Sängerinnen aus FictionJunction),
  • Hikaru Masai,
  • Maya Toyoshima.

Mayas Verlassen der Band wurde 2009 bekannt gegeben.

Wie schon erwähnt, sind die Sängerinnen nur zum Singen da, die gesamte Musik (Texte schreiben, Melodien ausdenken usw.) geschieht durch Yuki Kajiura. Deswegen übernehmen Kalafina auch sozusagen den Stil der Komponistin.

Die Musik besteht aus Trance, Opernmusik, Pop. Außerdem gibt es eine Art Chor, der im Hintergrund in einer erfundenen Sprache („kajiurago“) singt. Die Musik jedoch ist in den meisten Fällen eins: Experimentell und unharmonisch. Unharmonisch ist jetzt nichts schlechtes, sondern beschreibt in einem Wort, dass die Musik nicht einfach ist und für das Ohr nicht angenehm. Um den Leser eine Vorstellung zu geben, wie sich die Musik von Kalafina umsetzt, habe ich mir jedes Stück angehört und in Kategorien aufgeteilt. Nehmt es mir nicht übel, dass ich alle Lieder aus der Single „Re: oblivious“ weggelassen habe.

Pop:

  • Storia
  • Sprinter
  • Progressive
  • Lacrimosa
  • Hikari no Senritsu
  • Natsu no Ringo

Das hier ist ganz oder teilweise Popmusik bzw. harmonisch. Die Lieder sind fröhlich und hell und der Refrain ist leicht zu merken.

Ballade:

  • Gloria
  • Haru wa Ougon no Yume no Naka
  • I have a dream
  • Kimi ga Hikari ni Kaete Iku

Die Lieder sind ruhig bis hin zu traurig und ohne viel Instrumente. Der Chor ist auch kaum vertreten.

Unharmonisch:

  • Lilica
  • ARIA
  • Utsukushisa
  • Magia
  • Sapphire
  • Te to Te to Me to Me
  • Yami no Uta

Jedes dieser Lieder ist auf seine eigene Weise unharmonisch. Es wird aber auffallend oft in Halbtonschritten gesungen und die Gesangsmelodie ist alles andere als schön anzuhören. Bei „Magia“ sind zusätzlich die Stimmen verzerrt. Die BGM ist einfach gehalten und mit wenigen Musikinstrumenten, vermehrt aber mit Percussions (Rhythmusinstrumente) und Synthesizermusik, -geräuschen. BGM-Melodie ist in den meisten Fällen einfach und eintönig. Auch der Chor kommt viel mehr auf seine Kosten.
„Sapphire“ gehört zu den unharmonischen Balladen.

Experimentell:

  • Sprinter
  • snow falling
  • Kagayaku Sora no Shijima ni wa
  • Adore
  • Fairytale
  • Serenato
  • Red Moon
  • Fantasia
  • Kyrie
  • Hoshi no Utai
  • Intermezzo
  • Kizuato
  • Oblivious
  • Love come down
  • Mata Kaze ga Tsuyokunatta
  • Ongaku
  • Ashita no Keshiki
  • Seventh Heaven

Als „experimentell“ habe ich die Lieder eingestuft, die sowohl harmonisch als auch unharmonisch sind (z.B. beginnt das Lied unharmonisch, wird dann aber harmonischer) bzw. bei denen ich mich nicht festlegen wollte, weil die ganz verschieden musikalisch aufgebaut sind. Rhythmischer Aufbau, Melodieverlauf, BGM und Choreinsatz werden deshalb bei jedem Lied anders gehandhabt. Das einzige, was die Lieder gemeinsam haben, ist, dass sie sich in keine Sparte richtig einordnen lassen.

Ohne Refrain:

  • Utsukushisa
  • snow falling
  • Kagayaku Sora no Shijima ni wa
  • Fairytale
  • Serenato
  • Ashita no Keshiki

Zusätzlich fällt auf, dass einige Lieder keinen erkennbaren Refrain haben. Dadurch sind die Lieder auch unharmonisch und schwer einzuprägen, denn der Refrain sorgt dafür, dass sich ein Lied schnell einprägen lässt und ist der Mittelpunkt des Liedes. Ohne Refrain scheint es dem Zuhörer, als würde etwas fehlen (das heißt, der Melodie fehlt etwas, sodass das Lied wiederum unharmonisch wirkt).

Wie wurden Kalafina nun populär?

  • Kajiura Yuki und FictionJunction

Der größte Punkt ist, dass Kajiura Yukis Musik bekannt ist. Und eine neue Gruppe von ihr wird dadurch auch bekannt. Außerdem kennen die Leute die Sängerinnen aus FictionJunction schon, deswegen können sie sich darauf verlassen, dass die Musik so wird, wie sie es sich vorstellen.

  • unharmonisch

Es wird natürlich Nischenmusik gemacht, die man nicht sofort mögen muss. Aber gerade weil die Popmusik einen großen Stellenwert hat, wollen die Zuhörer gerne auch Musik hören, die nicht gleich klingt. Und das gelingt Kalafina besonders. Jedes Lied ist ein Unikat, jedes Lied klingt auf seine eigene Art anders.

  • Animemusik

Dadurch auch besonders auch im Westen bekannt worden. Durch die Musik zu „Kara no Kyoukai“.

Sehen wir es doch ein: Auch andere Musik hat etwas zu bieten. Es muss nicht immer stereotype Popmusik sein. Komponisten! Nimmt Euch ein Beispiel und gibt einmal mehr Einsatz! Dann wird Eure Musik auch nicht 08/15.

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4 Gedanken zu “Magica Kalafina

  1. Das ist wirklich ein sehr guter Beitrag!
    Nicht wegen kalafina, sondern vom Aufbau her. Ich finde es sehr interessant, wie du die Lieder auseinander nimmst und in Gewisse Kategorien einteilst. Hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, den Post zu lesen.
    Ich hoffe es kommt mehr in diese Richtung. ^^
    Zu kalafina selber: Ich bin kein Fan der Band, finde aber Magia toll. Das ist aber auch das einzige Lied, welches ich wirklich gerne hören mag. *hust*
    Kalafina ist einfach nicht mein Stil.

    1. Oha. Das sollte ein Artikel sein, der für sich allein steht. Schließlich gibt es nicht viele Musikgruppen bzw. Artisten, die auch mal Experimente wagen oder generell anders sind. Und in der Pilotphase wollte ich nur darüber schreiben, dass Kajiura Yuki öfters den Refrain weglässt. Als Kajiura Yuki-Fan fällt das schnell auf. Aber toll, dass der Artikel gefällt. Ich habe auch sehr viel Zeit darin investiert. Einige Songs hatte ich mir öfters gehört, nur um dann festzustellen, dass ich diese in keine Kategorie einordnen kann.

      Kalafina ist auch nicht mein Fall. Die Kara no Kyoukai-Endings gefallen mir, doch mit Liedern wie „Te to Te to Me to Me“ kann ich mich bis heute nicht anfreunden.

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