Was einen guten Plot ausmacht

Aus aktuellen Anlass, ein How-to-Do zur Ploterstellung.Wenn ich RPGs zocke, dann ist mir besonders die Story wichtig, weil die Story den gesamten Geschehen einen Rahmen gibt und mir klar wird, warum ich bestimmte Dinge mithilfe der Figuren mache. Wenn ich eine Stadt vor dem Untergang rette, dann mache ich das, weil es einwichtiger Teil in der Story ist, um weiterzukommen.

Die Story lässt sich in zwei Punkte aufgliedern:

  • Handlung,
  • Plot.

Wenn die Story der Rahmen ist, der um Handlung und Plot gewoben ist, was macht dann diese beiden Unterkategorien aus?

„Welt retten“ ist die Story, „Stadt retten“ ist die Handlung, die mit der Story verwoben ist und beschreibt, was die Figuren machen, um das Ziel zu erreichen. Wie kommt dann aber der Plot ins Spiel?

Ich nenne es mal so: Der Plot ist der rote Faden einer Story. Er ist spezieller als die Handlung, weil die Handlung detaillierter sein kann. Man kann den Plot als Zusammenfassung der Geschehnisse sehen und er ist das wichtigste, was die Handlung ausmacht. Denn er macht die Handlung zu etwas besonderen.

Ganz einfach ausgedrückt: Wo Plot ist, passiert etwas, dass die Figuren handeln und/oder fühlen lässt und auch beim Zuschauer/Leser Emotionen auslöst. Die Handlung hingegen ist das Mittel, um Plot aufzubauen.

Da bashen so richtig sexy ist, gebe ich nun ein Negativbeispiel von schlechten Plot:
Stephenie Meyers Milliardenprojekt Twilight und Konsorten (in Deutschland „Bis(s)“ genannt) ist mein Lieblingsbeispiel, wenn es um richtig schlechten Plot geht. Ich finde die Bücher gut geschrieben, aber Plot sucht man vergebens. Wenn ich gefragt werde, um was es in den vier Büchern geht, sage ich knallhart: Im ersten Buch verliebt sich ein Mädchen in einen Vampir und wird von einem anderen Vampir entführt, um wieder gerettet zu werden. Das zweite Buch ist totaler Mist, da haut der Vampir ab und das Mädchen sucht sich einen neuen Freund. Deswegen will der Vampir sich umbringen und das Mädchen reist nach Italien, um ihn zu retten und die Beiden kommen wieder zusammen. Im dritten Buch wird das Paar von anderen Vampiren angegriffen, aber der Vampir und das One-Night-Stand vom Mädchen können diese besiegen. Zu guter letzt heiraten das Mädchen und der Vampir im vierten Band, dann bekommt das Mädchen ein Kind und die italienischen Vampire wollen die Familie umbringen, aber das Unglück kann abgewendet werden. Ach ja: Das Mädchen wird im vierten Band auch ein Vampir.
Das wäre der Plot kurz zusammengefasst. Und ich habe mich schon etwas mehr ins Zeug gelegt und mehr als nötig aufgezählt. Im Grunde passiert nichts im Buch außer Slice-of-Life und wie wir alle wissen, macht dieses Genre eine Story nicht nur schlecht, die Story hat auch kaum Höhen und Tiefen. Das Mädchen verliebt sich in einen Vampir und beide erleben Höhen und Tiefen in ihrer Beziehung. Und dafür wurden vier Bücher geschrieben… und es werden wahrscheinlich noch mehr kommen…

Der Plot ist das, woran man sich am Schluss erinnert. Das, was man als denkwürdig erfasst. Der Teil der Serie/des Films/Buches, der einen bewegt, zum nachdenken/diskutieren anregt.

Wie macht man also einen Plot? Beispiele sind kursiv verfasst.
Zu Beginn ein Ziel, dass die Figuren erreichen möchten. Man will ein großes Konzert geben.
Man beginnt, für dieses Ziel zu kämpfen. Man gründet einen Club.
Dabei ist ein Problem aufgetreten.  Ein Club braucht mindestens vier Mitglieder.
Man gibt alles, damit man dem Ziel näher kommt. Man findet neue Mitglieder, schreibt Lieder, übt mit den Instrumenten, gibt Konzerte.
Es gibt ein paar Rückschläge. Die Sängerin vergisst wie man Noten liest, das Instrument geht kaputt, die Schildkröte braucht neues Wasser, der Tee ist kalt…
Mit Schweiß und Herzblut wird das Ziel erreicht. Dazu gibt es kein Beispiel in K-ON.

Jede Serie kann einen Plot haben. Davon ausgeschlossen ist die zweite Staffel von K-ON, Ouran High School Host Club, Kaichou wa Maid-sama! und ähnliche sowie so gut wie alles andere mit Slice-of-Life. Ein episodenhafter Anime hat nicht viel Plot, wenn er jedoch einer kontinuierlichen Handlung folgt, ist der Plot da. Ein Longplayer hat beides: Episodenhaftigkeit und Handlung. Aber die sind mit der Zeit so langwierig, dass der Plot schon selbst vergessen wird und mit Recaps aufgefrischt werden muss.

Wie schafft man es nun, einen guten Plot hinzuzaubern, der den Zuschauer bis zum Ende an den Bildschirm fesselt?

  • ein verständliches Problem/Ziel der Hauptcharaktere
  • hinzu kommt ein  Problem, das im Land/der Welt besteht, welches mit dem Problem/Ziel der Hauptcharaktere auf irgendeine Weise verbunden ist
  • die Charaktere haben kaum Möglichkeiten das Problem zu lösen/das Ziel zu erreichen, da andere daran zweifeln, dass sie den richtigen Weg wählen oder die gleiche Idee haben wie die Hauptcharaktere und sich in ihrem Vorhaben bedränkt fühlen
  • das eigene Problem/Ziel wird so gut wie gelöst/erreicht, doch dann stellt sich heraus, dass aus dem kleinen Problem/Ziel ein noch viel größeres (das Problem der Welt) entsteht/entstand/entstehen wird
  • Fanservice vermeiden
  • die Hauptcharaktere versuchen, eine Lösung für das Problem der Welt zu finden
  • ein großer Showdown, in dem das große Problem gelöst wird
  • gegebenfalls stirbt einer der Hauptcharaktere oder wird körperlich eingeschränkt, sodass das Happy End zwar kommt, aber einen bitteren Beigeschmack hat

So ungefähr ist das Plotgeschehen aus Final Fantasy X. Man fühlt mit den Charakteren, weint und lacht mit ihnen, hasst die Gegner… So ein perfekter Plot ist einfach zu konstruieren. Warum können dann nicht manche Animes nach einem ähnlichen Muster laufen?

Weil diese Art von Plot weder das schnelle Geld macht (schließlich braucht man viele Episoden, in denen Erklärungen ablaufen, Episoden mit Charakterentwicklung die fest verbunden ist mit Plot usw.) und dann widerum die Episodenanzahl an sich. Wenn man ein Storyboard mit 104 Episoden fertig hat und das Experiment Anime nach24 Episoden floppt, dann will man nicht mehr weitermachen. Oder man macht weiter, aber mit knapperen Budget und Augenmerk auf andere (kurze) Serien, die neu produziert werden und wieder Geld einspielen, denn diese haben etwas, dass im perfekten Plot nicht oder kaum sein darf: Fanservice.

Nun müssten wir uns nur alle erheben und rebellieren gegen den Fanservice. Aber es gibt auch gute Serien, die Fanservice haben. Diese sind zwar in der Minder-Minderheit, aber ich will trotzdem mal „Soul Eater“ (wie die Serie ist, kann ich nicht so gut beurteilen, weil ich diese noch nicht zuende gesehen habe, aber der Manga ist bis jetzt voller Plot) nennen…

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