Kauft es euch, wenn ihr Gefallen daran findet!

Gehen wir in den Laden und kaufen oder gehen wir ins Internet und downloaden?

Gestern war der erste Tag, in dem ich jemals in eine Buchhandlung ging, um zu lesen, statt zu kaufen. Nach längeren Suchen fand ich auch ein Objekt, das mich ansprach: Devil of the Victory 2, ein Shoujomanga, herausgegeben von Tokyopop. Diesen Manga hatte ich zu erst im Internet unter dem Namen „Shouri no Akuma“ gesehen und 7 Kapitel gelesen (mehr gibt es erst mal nicht). Ich war nie in der Stimmung den Manga zu kaufen und habe diese jetzt immer noch nicht. Bin ich jetzt jemand, der den Autor nicht „unterstützt“, weil ich auf die Idee gekommen bin, in einer Buchhandlung zu stehen und eine Stunde dort einen Manga zu lesen?

Noch ein anderes Beispiel: Mamacolle und Kamichama Karin (ebenfalls Shoujo) sind Manga, die mir gut gefallen haben, aber nicht perfekt sind. Diese habe ich als Scanlation gelesen und kann/könnte es jederzeit wieder tun. Diese beiden Manga sind aber auch auf deutsch erschienen und ich hätte sie genausogut kaufen können. Aber ich werde es nicht tun. Ist das schlecht für den Autor?

Unterstütze ich den Autor, wenn ich meinen Anime in der Videothek bzw. den Manga aus der Bibliothek ausleihe? Wahrscheinlich nicht. An den Mangaka kommt im Grunde nicht viel an. Es sind die Verlage und Studios usw., die Schaden nehmen können. Deswegen frage ich mich auch jedes mal, wenn diese Debatte mit „Autor/Anime unterstützen“ kommt. Das große Geld scheffeln die Großen in ihren Büros.

Natürlich kriegen diese Leute auch irgendwie ihr Geld rein, wenn der Leser/Zuschauer seinen Stoff legal in Geschäften ausleiht. Schließlich bezahlen solche Institutionen Geld an sonstwen, damit sie das Zeug verleihen können. Und wir zahlen unsere Gebühr, um ausleihen zu können.

Was ist nun mit denen, die in der Buchhandlung lesen, aber nicht kaufen. Es ist irgendwie lukrativ. Einen Manga hat man sicherlich in einer Stunde durch und das man von jemanden angemacht wird, weil man Ausstellungsware liest, ist doch recht unwahrscheinlich. Ich hatte mal jemanden gesehen, der einen Manga gelesen hatte, und diese Person stand direkt neben dem Infostand. Und da hat niemand was gesagt. Man kann sich auch in einen von diesen bequemen Sesseln gemütlich machen oder vielleicht sogar in das buchladeneigene Cafe setzen. Super ist das doch, nicht war? Und die Verlage interessieren einem eigentlich einen Dreck. Die/Der Autor(en) vielleicht schon ein wenig, aber das Gewissen ist dehnbar, wenn man dabei in den Geldbeutel schauen muss.

Es gibt aber Manga, die unterhaltsam sind, aber trotzdem nicht den Kaufwert haben. Sind diese es dann Wert gekauft zu werden? Wahrscheinlich nicht. Aber lesen kann man die trotzdem, nicht wahr?

Dabei sind Manga in Deutschland verhältnismäßig billig. Die ganz alten Exemplare kriegt man – wenn sie noch verkauft werden – ab 4,95€. Die neueren ab 5,95€. Diese Preise sind erschwinglich, wenn man sie mit den Mangas aus den USA, die gewöhnlich etwa 12 Dollar kosten, vergleicht. Und am Geld liegt es meistens nicht, oder?

Selbst in der Zeit, wo ich nicht viele Mangas gekauft habe, war das Geld selten ein Problem. Ich war schon mal öfters pleite, aber ich konnte mir immer wieder Geld von den Großeltern schnorren. Aber ich hatte trotzdem selten gekauft, weil der Buchladen meines Vertrauens nicht viel Mangaauswahl hatte (und überhaupt keine vom Verlag Tokyopop). Ich hätte natürlich auch bestellen können, aber dann hätten die Leute ein Käuferprofil von mir erstellen können. Die Verkäufer hatten sogar schon damit angefangen, sich bei mir zu bedanken, weil ich die Ladenhüter weggekauft hatte. Hätte ich in deren Laden nur gelesen statt gekauft, hätte ich sicherlich Hausverbot gekriegt. Der Onlineversand hatte auch irgendwann mein Kaufverhalten analysiert und mir Mangavorschläge gemacht. Amazon ist dort sowieso ein wenig eigen. Da muss man sich nicht mal anmelden, um sein und das Kaufverhalten anderer zu sehen.

Aber im Grunde interessiert es einem nicht, was ich mir kaufe, Hauptsache ich lasse mein Geld irgendwo liegen. Aber warum muss man auch so faul sein und sein Geld sozusagen in die Geldbörse einnähen? Ist es schlimm, irgendetwas zu kaufen?

Ich will hier auch aus Vorbild dienen. Im Großen und Ganzen gebe ich im Monat für Manga 40€ aus, das entspricht mindestens 6 Bänden. Und dann kommt manchmal noch ein DVD-Kauf hinzu. Ich benutze also auch mein Geld, um für mein Hobby zu frönen (sofern man Anime/Manga als Hobby bezeichnen kann). Vielleicht nicht wie ein richtiger Fan, aber ich kaufe mir auch nur das, was ich will. Also sage ich eines:

Kauft das, was ihr wollt. Was ihr nicht wollt, müsst ihr nicht kaufen und demnach nicht lesen.

Ich kann es sowieso nicht leiden, wenn ich einen Manga aus dem Regal nehme, um dann festzustellen, dass er schon zerfleddert ist, weil der Typ, der vorher darin geblättert/gelesen hat, nicht richtig mit einem Taschenbuch umgehen kann. Ich nehme immer den Manga der am weitesten hinten steht, weil dort die Gefahr nicht so groß ist, dass irgendein kostenlos Lesender diesen Band vorher in der Hand hatte.

Die Verlage verschweißen inzwischen auch bestimmte Manga (HOTD zum Beispiel), damit die anstößigen Bilder nicht jeder sofort beim durchblättern sieht. Diese Manga muss man aber dann auch kaufen, weil man nur schlecht im Buchladen die Folie abreißen darf. Wenigstens ein Lichtblick.

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