Was lange währt, ist gut?

Ich sehe es kommen. Alles wird irgendwann ein Ende haben. Selbst Fans werden es nicht verhindern können.

Es ist vielleicht gut, dass Fans immer das bekommen, was sie wollen. Aus welchem Blickwinkel man es betrachten darf. Die Macher kriegen das Geld rein, die Fans kommen etwas für ihr Geld. Ich rede jetzt nicht über Qualität oder Preis-Leistungs-Verhältnis.

Am 11. Januar dieses bescheidenen Jahres kam eine seltsame Meldung auf MAL. Die Band ROOKiEZ is PUNK’D gab bekannt, dass sie das letzte Ending von Bleach singen würden. Was das bedeutete, war für die ganze Otakuwelt klar: Der Bleachanime nähert sich dem Ende. Es kam niemand (außer mal wieder ich, oder?) auf den Gedanken, dass bei Bleach der gleiche Weg eingeschlagen könnte wie One Piece: das Ending komplett weglassen. Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, das Ending umfasst knappe 2 Minuten, die man nicht mit Fillern vollstopfen muss. Dafür kann man dann das Opening länger machen, das klappt auch bei One Piece ganz gut.

Nichtsdestotrotz begann eine Debatte, wie und warum, der Manga ist noch nicht zu Ende und Kubo Tide hat noch nicht die Lust aufzuhören, zumal Statistiken und Gehalt ganz passabel sind. Dass ROOKiEZ is PUNK’D ein Hammerlied schmettern, hat so ganz wenige bewegt. Die ganze Diskussion habe ich nicht weiter verfolgt, es hat sich jedoch herausgestellt, dass eine Fehlinformation vorlag.

Trotzdem kann ich mich damit beschäftigen, was einen Longplayer so interessant macht und wieso sie kein Ende haben.
Was erst mal sofort auffällt, ist, dass die meisten Longplayer Shounen, speziell Shounen aus Jump, sind. One Piece, Bleach, Naruto und Dragonball sind die bekanntesten, aber genauso vielen Episoden erfreuen sich Gintama und Katekyo Hitman Reborn, Prince of Tennis, Eyeshild 21, D.Gray-man und nicht zu unterschätzen, Detective Conan. Einige von denen habe ich gesehen, Reborn und Dragonball bis zum Ende.

Die gesamten Serien sind sicherlich das Herzstück von Jump, sonst würde kein Editor überleben. Und die Fangemeinde ist riesig. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Anime zu den Mangas produziert werden, um die Fangemeinde zu befriedigen noch mal so viel Geld wie möglich für etwas zu  bekommen, dass sich sowieso schon gut verkauft. Es werden Serien, Filme, Special, OVAs produziert, Figuren, Sammelkarten, Sticker und anderes Merchandising. Die Geldkuh weiß, was goldig ist. Für die Fans ist nichts zu teuer.

Da kann man sich sicher sein, dass bei Merchandising darauf geachtet wird, dass die Qualität der Ware durchaus einen gewissen Standard hat. Und diesen scheinen die Serien auf ihre eigene Weise zu kopieren. Getreu nach dem Motto „Solange es dem Fan nichts ausmacht, können wir alles machen, was nötig ist“ produzieren sie Filler um Filler, weil der Fan nur sehen möchte. Und nicht verstehen.

Der wöchentliche Rhythmus der TV-Serien ist jedoch schwierig in den Griff zu bekommen. Der Mangaka schreibt um die 19-20 Seiten pro Woche, die Episode eines Animes umfasst im Schnitt 24 Minuten. Die Episode ist demnach wesentlich länger als das Kapitel, was der Mangaka schreibt. Man kann so rechnen, dass drei Kapitel eine Episode ergeben. Und dann liegt der Anime schon nach 60 Episoden in der Nähe der Vorlage, die man nicht animieren kann, weil man dem Mangaka nicht das Material stehlen möchte. Wie sieht denn das aus, wenn der Anime schneller ist als der Manga?

Also baut man die Filler ein, damit die Fans nicht schreien. Die schreien zwar dann weiter, doch die nächste Episode kann das Geschrei wieder mit Fillern eindämmen.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Dragonball. Der Manga hat 42 Volumes mit 520 Kapiteln. Dieser Manga wurde zwei Mal animiert in Dragonball (153 Episoden) und Dragonball Z (291 Episoden). Rechnen wir nun die Episoden zusammen, ergibt sich eine Episodenzahl für den gesamten Manga, nämlich  444 Episoden. (An dem Ergebnis muss jemand gedreht haben, vielleicht die Illuminaten). Das heißt, dass 520 Kapitel gegen 444 Episoden stehen. Nun muss die Kapitelzahl durch 3 gerechnet werden, das macht etwa 173 Kapitel. 173 wäre die perfekte Episodenzahl, um den gesamten Dragonballmanga zu animieren. Wiederum bedeutet das, dass 271 Episoden reine Filler sind. Dragonball Kai beweist, dass alles mit weniger Episoden erreicht werden kann.

Was haben wir nun an den Fillern? Sie mindern doch nur die Qualität der ganzen Serie und langweilen noch obendrein!
Ein Filler macht den Wunsch auf mehr. Weil man mit dem Ende der Episode nicht zufrieden ist, will man auch den Rest und das Ende sehen. Das menschliche Gehirn ist in diesen Sachen sehr einfach gestrickt. Nur wenige fühlen sich noch zufrieden, wenn ein Buch, Film, Anime etc. nicht mit einem vollständigen Ende abschließen. Ein offenes Ende wird deswegen gerne gewählt, weil der Leser/Zuschauer dann noch selbst seinen Kaffee weiterrühren kann. Das Happy End (bzw. das alle-sind-glücklich-und-zufrieden-Ende) führt manchmal noch dazu, dass Fans mehr wollen, weil das richtige Ende ihnen auch nicht reicht. Für Animes heißt das dann: Bühne frei für eine sinnlose zweite Serie/OVA.

Aber Fillerarcs mindern nur in Teilen die Qualität, besonders, wenn der Mangaka an dieser mitgeschrieben hat. Ich bevorzuge diese noch viel lieber als irgendwelche Minuten oder Sekunden, in denen zu irgendeiner Person gesprungen wird, die voller Hoffnung ist, dass der Kampf gut ausgehen wird oder sinnloses Zeigen der Kulissen bzw. Landschaften. In einer Fillerarc oder ganzen Fillerepisode gibt es wenigstens eine Handlung (wenn auch nicht einen Plot).

Egal, was ist, die longplaying Shounen sind für nichts gut. Sie sind das vielleicht anfangs, jedoch kann man irgendwann den Schlussstrich ziehen. Dann wird alles schlimmer und schlechter. Aber sie werden auch selten ein Ende haben, schließlich könnte irgendwo ein verzweifelte Fanboy weinen und eine sichere Geldquelle will man nicht so schnell verlieren.

Falls dann doch ein Ende angekündigt wird, geht es irgendwann mit einer neuen „Staffel“ weiter, wie man an Naruto und aktuell bei Gintama sehen kann. Diese Shounenserien werden nie ein Ende nehmen.

Neuerdings ist Beelzebub neu auf dem Plan und es folgt Toriko, die beide aus Jump entspringen. An der Qualität scheiden sich die Geister. Beelzebub verfolge ich regelmäßig, aber ich erwarte nichts besonderes.

Noch interessant finde ich zu erwähnen, dass es derzeit wirklich noch eine Shounenserie gibt, die mit ganz wenigen Fillern auskommt und das ich Fairy Tail (von Shounen Magazine). Bis jetzt konnte ich ganze drei Fillerepisoden ausmachen (ich lese auch den Manga) und der Plot bleibt auf einem bestimmten Niveau, weil es eben nicht viele Filler gibt. Es wirkt auch nicht enttäuschend, dass Kämpfe nicht die ganze Episode ausmachen bzw. dass ein Kampf vor Ende der Episode nicht abgeschlossen wird. Es wird nur noch schrecklicher, wenn man Wochen auf das Ende eines Kampfes warten muss. Bei einem Manga kann ich das noch verstehen, aber nicht bei Anime.

 

Weil ich immer noch das Schlusswort sagen darf: Lass die Finger von Longplayern. Die sind/werden so schlecht wie Moe-Serien.

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