[Review] Vampiranime mit Schwächen

Ich habe nun den nächsten Anime aus dieser Fall 2010 Season geschafft: „Fortune Arterial – Akai Yakusoku“. Oder um es noch anders auszudrücken: das „Vampire Knight“ für arme und pseudo-perverse.

Spoiler ahead, folks~

Screens sind von: anime-sharing.com
(Ich hafte nicht für die Inhalte der verlinkten Seiten bzw. Bilder. Copyright by original owners.)

Der Anime beginnt wie jeder zweite Haremanime bzw. jeder vierte Shoujomanga (Statistik von Taarah). Ein heißer Kerl kommt neu auf die Schule und wird für diese und deren pubertierenden Schüler unerlässlich werden (auf welche Weise auch immer).

Die Hauptperson, Hasekura Kouhei (damit sein Name wenigstens einmal genannt werden kann), wird von der Vize-Präsidentin des Schülerrats, Sendo Erika, begrüßt, doch als sie ihm die Hand geben will, weicht sie zurück. Er fühlt sich etwas „überrascht“ nach diesem Willkommensgruß, wird dann glücklicherweise von einem (daher gelaufenden) Schüler zur Unterkunft gebracht. Da lernt er dann die neuen Mitglieder seines Harems kennen…

Halt. Das ist doch kein Haremanime.

Richtig. Es ist kein Harem. Die Mädels sind nur Beiwerk, um zu verhindern, dass die Serie für Zuschauer völlig interessant wird. Vielmehr sind sie für die Fanserviceeinlagen zuständig. Unvorstellbar.

Da gibt es sogar ein Mädchen, dass freiwillig für Fanservice sorgt.

Komm! Wir säubern den Pool und tragen dabei Badeanzüge!

Oder beim Sportfest, als ihr T-Shirt nass wird und ihr Unterteil hervorblitzt:

Haha, ihr Trottel! Ich trage unter meinem T-Shirt einen Badeanzug!

Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, beim Sportfest einen Badeanzug zu tragen. Muss eine neue Mode sein, die an mir vorbeigegangen ist oder nur in Japan praktiziert wird.
Aber so ein wenig Haremfeeling kommt auf, weil die Mädels jeden Abend in Kouheis Zimmer eine Teeparty veranstalten. So ein richtiger  Harem ist das nun aber auch wieder nicht, weil bei der Party auch immer ein Junge anwesend ist. Ich will jetzt nicht spekulieren, ob der Hauptprotagonist auf beide Geschlechter steht.

Aber hinter dem Fanservice steckt natürlich auch eine Story. Kouhei findet nämlich heraus, dass Erika und ihr Bruder, der Präsident des Schülerrats, Vampire sind. Weil er das Geheimnis kennt, soll sein Gedächtnis gelöscht werden. Und…

er stimmt dem zu! Kaum zu glauben. Die Serie ist nach drei Episoden zu Ende?!
So einfach dann doch nicht. Noch in der selben Episode entschließt er sich dagegen. Da war das Abendprogramm wieder gerettet. Und das Fanservice-Ending, wo spärlich bekleidete Mädels (spärlich im Sinne von keine Unterwäsche) traurige Gesichter machen.

Da er das Geheimnis nun nicht weitererzählen soll, muss er in den Schülerrat eintreten und Schulfeste organisieren, um Fanservice für die Zuschauer zu gewährleisten, … äh, ich meine, um Erfahrung im Schülerrat zu sammeln und die Romanze mit der Vize-Präsidentin zu schärfen.
Beide haben aber so viel zu tun, dass diese nur schleppend vorangeht. Derweilen kann man die Segel setzen, Kurs Richtung Fanservice. Ahoi.

Die Romanze ist wirklich so zäh wie fest gewordener Honig. Mit dem Unterschied, dass der Honig noch schmeckt, obwohl die Konsistenz etwas zu wünschen übrig lässt. Über die Vampire erfährt man nicht so viel und was man hört, kennt man von irgendwo her…
Nein. Die glitzern nicht.

  • Vampire trinken Blut.
  • Vampire haben spezielle Fähigkeiten und schärfere Sinne.
  • Vampire haben Sklaven.
  • Aus Menschen werden Sklaven, wenn sie das Blut eines Vampirs trinken.

Wo habe ich das nun schon mal gehört? mal überlegen… Ah, ich komm gleich drauf… na… „Vampire Knight“. Alles geklaut!

Aber deswegen ist die Erika an der Schule. Sie soll einen Sklaven finden, sonst muss sie zurück in Mutters Gruft. Aber die reizende Erika will als normaler Mensch leben, obwohl sie ein Vampir ist. That’s the spirit of youth! Nun macht Kouhei ihr aber einen Strich durch die Rechnung, denn Erika ist scharf auf sein Blut, was sie aber nicht zugeben möchte. Als Gentleman bietet der Maincharakter ihr auch noch sein Blut an und nach einigen Episoden der Weigerung gibt sie ihm nach. Wirklich ein Abklatsch von „Vampire Knight“.

Dann widersetzt sie sich noch weiter der Mutter und der Abspann läuft. Friede-Freude-Eierkuchen, alle sind glücklich, Charakterentwicklung gleich null, eine abschließende OVA (wahrscheinlich voller Fanservice) kommt in den nächsten Monaten. So einen Anime wünscht man sich in der Vorweihnachtszeit. Das glückselige Dahinplätschern der Story und das Dauerlächeln der Protagonisten nervt nach der zweiten Episode, bis der ganze Plot geklärt ist, braucht man drei Episoden, obwohl der ganze Mist in eine einzige Episode passt. Hätte sich der Trottel doch das Gehirn löschen sollen, es wäre für den Zuschauer besser gestanden. Warum habe ich überhaupt geguckt?

Die Qualität der Bilder. Diese Qualität sieht man wirklich nicht oft. Die  Mädchen sehen natürlich besser aus als die Jungs. Sie gehören schließlich auch zum schönen Geschlecht, das den Fanservice macht.
Die Animation von fliegenden Haaren sieht ansprechend aus und ist in den meisten Fällen schön anzusehen, jedoch nur bei Mädchen zu beobachten. Da die Kameraeinstellung meistens nur Köpfe zeigt, kann man auch die sehr guten Lichtreflexe in den Augen und Haaren bewundern.
Da die Produktion bei solch aufwendigen Arbeiten leicht in Zeitdruck geraten kann, kommt die Serie nicht ohne zigtausend Standbildern und Landschaftsaufnahmen aus. Man konnte sie anscheinend nicht vermeiden.

Die Musik ist treffend. BGM hat mehr als fünf Lieder zu bieten.

Zusammenfassend kann ich feststellen, dass Fortune Arterial besonders durch die Zeichnungen auffällt. Der Rest ist nicht der Rede wert. Story ist langweilig und es wurde von anderen Serien zusammengeklaut. Nicht mal mit Fanservice kann man so richtig glänzen.

Empfehlen kann ich die Serie an alle:

  • die nichts besseres zu tun haben,
  • die eine kurze Serie bevorzugen,
  • die beim Fernsehen schnell einschlafen.

Wenn du dich angesprochen fühlst, go ahead, ansonsten rate ich dir, deine Zeit sinnvoller zu nutzen.

Rating (erreichbare Punktanzahl pro Kategorie: 10)

Plot: 3

Charakterentwicklung: 2

Zeichnungen/Animation: 8

Musik: 5

Zufriedenstellung: 3

Gesamt: 4

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2 Gedanken zu “[Review] Vampiranime mit Schwächen

  1. Ich habe diese 12 Folgen nicht ausgehalten. Nach der dritten gedroppt. Ich beneide dich wirklich dafür, so etwas auszuhalten ohne den Computer zu nehmen und ihn aus dem Fenster zu schmeissen.

    1. Ich habe zwischendurch immer TWGOK geguckt, da konnte ich das irgendwie noch aushalten.
      Schon schade, die Animation hat sich wirklich sehen lassen, aber wenn Plot und Charakterentwicklung nicht mithalten kann…

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